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Jaroslav Borsita Graf von Martinitz ArtikelJaroslav Borsita von Martinitz (* 6.01 1582; † 21.11 1649 in Prag an den Folgen eines Katarrhs)
Sein Vater war Kämmerer des Königs Rudolf II. Bereits mit 14 Jahre wurde er für mündig erklärt. Vom Erbe seines Onkels, des Oberkanzlers von Böhmen, schoß er dem Kaiser 100 Tausend Gulden für den Türkenkrieg vor. Martinitz selbst begab sich auf Studienreisen nach Siena und Rom. In Rom erhelt er vom Papst Klemens VIII. ein Reliquien für den Altar der Familienkapelle in Prag. Ein Reliquien stellte zur damaligen Zeit eine hohe gesellschaftliche Anerkennung dar. Aus Italien zurückgekehrt, wurde er vom Kaiser Rudolf II. zu dem Kreishauptmann der Stadt Slany ernannt. Als großer Verfechter des katholischen Glaubens gab es baldd Auseinandersetzungen mit der lutherischen Bevölkerung. Er wurde Kämmerer, Beisitzer des Böhmischen Landgerichtes und Oberlandmarschall von Böhmen.
Während der Zeit des "Bruderzwistes" zwischen Rudolf II. und von den Habsburgern eingesetzten Matthias, zog sich Martinitz diplomatisch geschickt aus der aktiven Politik zurück und widmete sich ausschließlich dem Kampf gegen die protestantischen Stände in Böhmen. Nach dem Tode Kaiser Matthias, der auch böhmischer König war, wurde nun auch eine Neuwahl des böhmischen Königs notwendig.
Die Wahl fiel auf den Verfechter der Gegenreformation, Erzherzog Ferdinand von Steiermark, den späteren Kaiser Ferdinand II. Ferdinand, war ein Katholik mit Sendungsbewusstsein. Aber er war klug genug, den Anlass für die Beseitigung der Privilegien der hoffnungslos zerstrittenen protestantischen Gegenpartei der Böhmen zu überlassen. Am 23.05 1618 warfen aufgebrachte Protestanten zwei kaiserliche Statthalter und einen Schreiber aus dem Fenster der Prager Burg.
Einer der kaiserlichen Statthalter, die den Sturz aus 17 Metern Höhe überlebt hatten, war Martinitz. Nachdem sich Martinitzins Haus des Oberkanzlers Lobkowitz flüchten konnte, stellte er sich todkrank, ließ einen Priester für die Beichte und die letzte Ölung bestellen und täuschte damit seine Gegner. Als Stallknecht verkleidet, flüchtete er nach München und wurde mit seiner Familie vom Bayernherzog Maximilian aufgenommen.
Maximilians Truppen unter Tilly waren es auch, die die alten Machtverhältnisse in Böhmen wiederherstellten. Am 8.11 1620 kam es vor Prag am Weißen Berg zur Entscheidungsschlacht. Das böhmische Heer wurde geschlagen. Mit den Siegern kam auch Martinitz nach Prag und wurde vom Kaiser für seine treuen Dienste in den Grafenstand erhoben. Zudem schenkte der Kaiser Martinitz die Stadt Slaný und nahm ihn in den Staatsrat auf. Die Titel und Ämter verdiente sich Martinitz auch in dem Behandlungsausschuß des Grafen Liechtenstein gegen die Anführer der sogenannten Böhmischen Aufständischen.
Die Absichte dieses Tribunals waren, die politische und wirtschaftliche Vernichtung aller Teilnehmer des Aufstandes, die Aufhebung aller nationalen Privilegien der böhmischen Stände und die Ausmerzung des Protestantismus. Es waren also Absichte, für die sich Martinitz sein Leben lang einsetzte.
In den Folgejahren setzte sich die diplomatische Karriere Martinitz fort: 1623 erhielt er das Amt eines Oberlandrichters, 1625 das eines Landkämmerers, später das eines Landhofmeisters und in dem Jahre 1638 übernahm er das Oberburggrafenamt von Böhmen.
Vom spanischen König Philipp IV. erhielt er den Orden des goldenen Vlieses. Sein Name taucht noch einmal bei der Eroberung der Kleinseite Prags durch den schwedischen General Königsmark auf. Martinitz und seine Familie geraten in die Hände der Schweden und deren Güter werden konfisziert. Martinitz überlebt und erlebt noch das Ende des 30jährigen Krieges.
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- Bildnis (http://www.univie.ac.at/Geschichte/wienerhof/wienerhof2/datenblaetter/martinitz_m1.htm)
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